Unser Körper besteht aus insgesamt 206 Knochen die zusammen 20% des Körpergewichts ausmachen. Der Knochen ist ein aktives, dynamisches Gewebe welches dauernd auf- um- und abgebaut wird. Die wichtigsten Knochenzellen sind die Osteoblasten und die Osteoklasten: erstere bauen Knochen auf, letztere ab. Die kontinuierliche Wechselwirkung zwischen diesen beiden Zellen ermöglicht es den Knochen, sich in Form und Stärke an besondere Belastungen anzupassen, eventuelle Bruchstellen selbst zu reparieren und sich immer zu erneuern. Ihre Aktivität wird durch körpereigene Botenstoffe reguliert: Sexualhormone wie Östrogene und Androgene stimulieren die knochenaufbauenden Osteoblasten. Die höchste Knochendichte erreichen wir mit 25-30 Jahren. Die maximale Knochendichte ist von Mensch zu Mensch verschieden: unser Lebensstil entscheidet großteils ihrer Höhe. Daher sind Sport, Aufenthalte im Freien und eine gesunde Ernährung ausschlaggebend für gesunde Knochen. Logischerweise, je höher die maximale Knochendichte ist, umso besser, denn ab dem 35.-40. LJ die Knochendichte allmählich abnimmt. Wenn der Körper über eine große Knochendichte verfügt, bleibt der Knochen länger stabil. Es ist ja einleuchtend, dass es äußerst wichtig ist, dass sich Kinder im Freien bewegen und artgerecht essen! Das Alter spielt auch eine große Rolle bei der Entstehung der Osteoporose. Bei Frauen spielen auch die Wechseljahre eine wichtige Rolle: die Östrogene, die weiblichen Sexualhormone, stimulieren die knochenaufbauenden Osteoblasten: wenn sie ausfallen, nimmt der Knochenabbau zu.

OSTEOPOROSE bedeutet “poröser Knochen”. Sie ist durch eine geringe Knochenmineraldichte bei gleichzeitiger Zerstörung der Mikroarchitektur des Knochengewebes gekennzeichnet: die Folge ist ein erhöhtes Bruchrisiko, auch bei geringsten Traumen, manchmal sogar spontan.

 

OSTEOPOROSE UND MANN

Die Produktion des männlichen Geschlechtshormon Testosteron nimmt weitaus langsamer ab als das weibliche Geschlechtshormon Östrogen bei der Frau. Ab dem 50. Lebensjahr beginnen die Testosteronspiegel im Gewebe langsam abzusinken wobei aber beim Mann die Knochenmasse erst ab einem deutlich höheren Alter abzusinken beginnt. Zusätzlich ist er durch eine geschlechtsbedingte höhere Gesamtknochenmasse geschützt. Beim Mann ist die Osteoporose und das Frakturrisiko zumeist Folge von ungesunder Lebensführung wie Alkohol- Nikotin- und Koffeinmissbrauch, Mangel- oder Fehlernährung oder Steroidtherapie. In den Fällen frühzeitiger Abnahme der Testosteronproduktion kommt es auch beim Mann zu vorzeitiger Manifestation einer Osteoporose.

BAUCHFETTSUCHT stellt sowohl für Frauen wie auch für Männer ein Risiko für Osteoporose dar. Zu viel viszerales Fett hat einen direkten schädigenden Effekt auf die Knochen. Bauchfett beim Mann korreliert mit verminderter Knochenstärke.

MAGERSUCHT ist ein wichtiger Risikofaktor für Osteoporose.

BEWEGUNG ist sicher der wirkungsvollste Stimulus für Ihre Knochen, vor allem Sportarten, die gegen die Schwerkraft gehen: Tanzen, Treppensteigen, Langlauf, Body-Building, Nordic Walking. Wichtig ist, daß Sie diese Sportarten regelmäßig treiben, d.h. mindestens 3 Mal/Woche für mindestens 30-45 Minuten!! Ich empfehle immer das zügige Gehen: mit geeigneten Schuhen, kann sich das jeder leisten!

CALZIUM ist lebenswichtig für die Gesundheit unserer Knochen. Wenn die tägliche Kalziumaufnahme inadäquat ist, holt sich der Körper das notwendige Kalzium aus seinem größten Reservoir: den Knochen, was mit der Zeit zu einer Osteoporose führt. Ein Erwachsener trägt circa 1 kg Kalzium mit sich herum wobei 99% davon im Knochen eingelagert sind. Kalzium lagert sich in Verbindung mit Phosphat im Knochen ein und gibt ihm dadurch seine Härte und Festigkeit. Kinder und Jugendliche brauchen bis zu 4 x mehr Kalzium als Erwachsene. 33% der Kinder und Jugendliche nimmt nicht ausreichend Kalzium auf. Vergessen wir nicht dass etwa 45% unseres Gesamtkalziumspeichers in der Jugend angelegt werden!!! Der tägliche Kalziumbedarf schwankt zwischen 1000 und 1500 mg. Am besten schaut man, in welchen Nahrungsmitteln man reichlich Kalzium findet. Kalzium führt man am Besten in kleinen Dosen zu da wir es auf diese Art besser aufnehmen: eine Tasse Milch zum Frühstück, ein Stück Käse zu Mittag, ein Joghurt zur Jause und Merende, Blumenkohl, Brokkoli oder Spinat als Beilage,…..am besten nehmen Sie Kalzium auf, wenn Sie kalziumreiche Nahrungsmitteln über mehrere Portionen aufnehmen und wenn Ihr Vitamin D-Spiegel adäquat ist.

Auf eine AUSREICHENDE MAGNESIUMZUFUHR achten: die Hälfte unseres ganzen körperlichen Magnesiums wird in den Knochen gespeichert, es fordert die Calziumaufnahme und den Knochenaufbau. Durch Stress, falsche Ernährung und Umweltbelastung leiden viele Menschen unter einem Magnesiummangel. Deswegen gehört eine Magnesiumtherapie am besten immer zu einer optimierten Osteoporosetherapie. Bereits bei leichtem Magnesiummangel besteht ein beschleunigter Knochenabbau und verlangsamter Knochenaufbau. Die beste Magnesiumversorgung wird über Gemüse und Obst erreicht: empfehlenswert ist dabei eher Rohkost, denn das Kochen von Gemüse führt zum erheblichen Magnesiumverlust. Um das zu meiden, eignet sich das Dämpfen oder das Kochen von Suppen oder Gemüsesorten. Zum Glück verlieren die geliebten Pellkartoffeln kein Magnesium.

VITAMIN K2, das weniger bekannte Vitamin, hindert das Calcium im Blut daran, sich als Ablagerung in den Arterien festzusetzen und hält so die Gefässe frei, es baut das Calzium in die Knochen und in die Zähne ein. Vitamin K2 wird großteil von den Bakterien unserer eigenen Darmflora und kann direkt über die Darmzellen aufgenommen werden. Die Voraussetzung dafür ist ein gesunder Darm, was heutzutage oft nicht der Fall ist. Hervorragende Vitamin K2-Quellen sind Leber, rohes Sauerkraut, Blumenkohl, Spinat, Wirsing, Butter, Eidotter, manche Käsesorten und das fermentierte Sojaprodukt Natto.

B-VITAMINE: die Gruppe der B-Vitamine, insbesondere B6, B12, Folat (B9) und Riboflavin (B2), sind für die Knochengesundheit (eigentlich nicht nur der Knochen, sondern für viele lebenswichtige Vorgänge in unserem Körper) notwendig. Bei einem Mangel an diesen Vitaminen kommt es zur Bildung von Homozystein, ein hochschädlicher Stoff. Ein hoher Homozysteinspiegel korreliert mit einem erhöhtem Herzinfarkt-, Hirnschlag-, Alzheimerdemenzrisiko. Zu hohe Homozysteinwerte stören die Kollagenvernetzung der Knochen und führen zu einem schwachen Knochen. Schwache Knochen bedeutet erhöhtes Bruchrisiko. Leider muss ich im meinen Alltag imer wieder inadäquate Vitamin B-Spiegel und erhöhte Homozysteinwerte meiner Patienten feststellen, auch jüngerer Frauen, insbesondere wenn sie die Pille einnehmen, denn gerade die Pille zu einer Senkung dieser lebenswichtigen Vitaminen führt.

Unsere wichtigste VITAMIN D Quelle ist unsere Haut, die durch die UVB Strahlen des Sonnenlichtes in der Lage ist, Vitamin D zu synthetisieren. Auf diese weise wird bei jungen Menschen nahezu 80-100% des Tagesbedarfes gesichert. Mit der Nahrung hingegen nehmen wir nur einen geringen Teil unseres Bedarfes auf. Zu den Vitamin D reichen Nahrungsmittel zählen fette Fische wie Hering, Lachs Sardinen und Makrelen und in geringerem Maße Leber, Butter, Milch und Joghurt. Über 80% der Menschen haben in Italien und Südeuropa einen Vitamin D-Mangel. Vitamin D ist zur Kalziumaufnahme im Darm und den Kalziumeinbau in die Knochen unentbehrlich.             Ein Vitamin D Mangel korreliert auch mit Muskelschwäche und Gleichgewichtsstörungen und kann somitdas Sturzrisiko und Knochenfrakturrisiko bei Senioren senken. Vitamin D sollte unbedingt ersetzt werden, vor allem bei Senioren!

VITAMIN C: Vitamin C ist essentiell für den Aufbau der Kollagenfasern. Wir Menschen sind nicht in der Lage Vitamin C selbst zu produzieren und sind somit auf eine gute Vitamin C-Zufuhr angewiesen: wir brauchen viel Obst und Gemüse, um unseren Grundbedarf an Vitamin C zu decken. Für die Bewahrung fester Knochen sind täglich mindestens 1000 mg Vitamin C notwendig. Raucher und Alkoholiker haben einen erhöhten Bedarf. Leider decken wir unseren Vitamin C-Bedarf nicht mit der alleineigen Zufuhr von Obst und Gemüse, außer sie sind frisch und gerade gepflückt, denn Vitamin C st extrem licht- und temperaturempfindlich und verfällt großteilos. Deswegen, ein frischgepresster Oranngensaft enthält kaum Vitamin C aber soviel Fruchzucker wie ein Glas der vorgefertigten gängigen Getränke!

ZINK: der Gewebeaufbau erfordert generell eine gute Versorgung mit Zink: das gilt auch für den Aufbau der Knochesubstanz. Dazu verbessert Zink auch die Heilung gebrochener Knochen. Zink ist nützlich für die Bildung der Magensäure, die für die Proteinverdauung und somit vollständigen Aufnahme der Aminosäuren ist. Eine ausreichende Bildung von Magensäure ist außerdem Voraussetzung für eine adäquate Kalzium- und Magnesiumaufnahme. Vitamin D steigert die Zinkaufnahme aus der Nahrung, sofern darin Zink enthalten ist.

SILIZIUM: Silizium fördert die Kollagenbildung und somit die Bildung neuer Knochensubstanz und wirkt mit Vitamin C, Magnesium und Zink. Eine gute Siliziumversorgung wird durch mehr Obst- und Gemüseverzehr erreicht.

RAUCHEN:

  • Reduziert die Kalziumaufnahme
  • Jugendliche Raucher haben dünnere Knochen
  • Reduziert den Östrogenspigel der Frauen
  • Die Knochenbrüche heilen langsamer
  • Raucherinnen treten früher in die Wecheljahre ein
  • Mit 80 ist die Knochendichte der Raucher zirka 10% geringer

 

43 Shares