Anti-Aging – Altersbeschwerden vorbeugen

Die meisten Menschen fühlen sich jünger als sie sind. Die Anti-Aging-Medizin als Vorsorgemedizin betrifft uns aber viel früher als wir denken – etwa ab dem 40. Lebensjahr.

Die Produktion wichtiger Hormone sinkt bei Männern und Frauen bereits ab dem 25. Lebensjahr. Bei Frauen kommt es dann vor allem in den Wechseljahren zu gravierenden Veränderungen. Die Anti-Aging-Medizin dient der Prävention von Beschwerden im Alter. Lag die mittlere Lebenserwartung eines Menschen um das Jahr 1900 noch bei 46 Jahren, stieg sie dank verbesserter Lebensumstände und dem medizinischen Fortschritt bis heute auf über 80 Jahre. Tendenz weiterhin steigend. Die klassische Medizin behandelt meist nur Symptome bereits eingetretener Alterserkrankungen. Ziel der Anti-Aging-Medizin ist es hingegen, chronischen Krankheiten gezielt vorzubeugen, respektive altersbedingte Prozesse abzumildern oder zu verlangsamen.

Was sind bioidentische Hormone?

 Michael Platt M.D. 

Bioidentische Hormone sind Hormone, deren biochemische Strukturen identisch sind mit denen, die der menschliche Körper selbst produziert. Eine Tatsache, die wichtige therapeutische Möglichkeiten bietet und potentielle Risiken minimiert.

Pharmazeutische Firmen wie Upjohn und Pfizer stellen bioidentische Hormone in Form eines Pulvers her, das aus natürlichen Bestandteilen gewonnen wird, normalerweise aus Soja oder Süßkartoffeln (Jams). Diese Rohstoffe sind von der FDA zugelassen (Amerikanische Zulassungsbehörde für Nahrungsmittel und Medikamente). Diese Pulver werden dann von Compounding Pharmacies (Apotheken, die noch selbst Medikamente in verschiedenen Darreichungsformen herstellen) verarbeitet und zwar genau nach den Rezepturen des Arztes. Firmen wie Upjohn stellen seit 70 Jahren bioidentische Hormone her.

Ein überaus wichtiger Vorteil im Umgang mit bioidentischen Hormonen ist die Tatsache, dass die Dosierungen genau auf den notwendigen Hormonbedarf jeder einzelnen Person angepasst werden können.

Bioidentische Hormone die oral eingenommen werden, wandern direkt durch die Leber. Dort werden diese dann in andere Hormone umgewandelt. Deshalb ist die transdermale Verabreichungsform von bioidentischen Hormonen die günstigste – also in Form von Cremes, Gels, Suppositorien – denn dadurch werden die Hormone direkt in die Blutbahn aufgenommen.

 

Progesteron: ein ganz besonderes Hormon

Es ist erstaunlich, wie wenig die Ärzteschaft über Progesteron (Gelbkörper Hormon) weiß, vor allen Dingen über die Konsequenzen eines Progesteron Mangels. In vielen Fällen könnten diese Folgen durch die Anwendung von natürlichem (bioidentischem) Progesteron verhindert werden. Es ist relativ einfach bei Frauen einen Progesteron Mangel zu diagnostizieren, da diese Frauen häufig über folgende Beschwerden klagen: Praemenstruelles Syndrom (PMS), starke Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen während der Periode und gesteigerte Empfindlichkeit der Brüste. Diese Frauen sind in den meisten Fällen „Östrogen dominant“, d.h. aufgrund des starken Einflusses des Hormones Östrogen entstehen deshalb sehr häufig Myome der Gebärmutter und zystische Veränderungen in den Brustdrüsen.

Das Britische Medical Journal „The Lancet“ berichtete kürzlich, dass sich bei Frauen mit fibrozystischen Veränderungen häufiger Brustkrebs entwickelt. Das ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass fibrozystische Veränderungen bei Frauen durch Progesteron Mangel hervorgerufen werden. Niedrige Progesteron Spiegel führen zu einer Überproduktion von Östrogen. Es ist bekannt, dass Östrogen Krebs verursachen kann.

Wenn man einer prämenopausalen Frau natürliches Progesteron verabreicht, dann werden PMS, Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen und die Druckempfindlichkeit der Brüste verringert oder verhindert. Außerdem hilft Progesteron Migräne, Allergien und sogar Asthma zu beseitigen. Aus verschiedenen Gründen beugt Progesteron einer Gewichtzunahme vor. Es ist ein den Stoffwechsel stimulierendes Hormon, da es hilft Fett zu verbrennen. Progesteron unterstützt die Funktion der Schilddrüse. Am wichtigsten ist jedoch, dass Progesteron die Überproduktion von Insulin verhindert. Insulin ist das primäre Hormon welches Fett erzeugt und zu dessen Einlagerung führt.

Wenn man Frauen, die bereits zystische Veränderungen der Brustdrüsen und Myome im Uterus haben, natürliches Progesteron verabreicht, dann haben diese Gewebsveränderungen eine Tendenz zu verschwinden. Es gibt über 300 verschiedene Progesteronrezeptoren, die über den gesamten Körper verteilt sind, weshalb man verstehen kann, wie einflussreich dieses Hormon ist. Frauen mit niedrigem Progesteron Spiegel leiden oft unter Schwangerschaftsübelkeit und es besteht zusätzlich das Risiko einer Fehlgeburt.

Für Frauen, die bereits in den Wechseljahren sind, sollte natürliches Progesteron das wichtigste Ersatzhormon sein und nicht Östrogen, welches normalerweise verordnet wird. Natürliches (bio-identisches) Progesteron ist wesentlich nützlicher zur Behandlung von Osteoporose als Östrogen, da es nicht nur Osteoporose verhindert, sondern auch den Neuaufbau des Knochens fördert. Östrogen ist für die Blutgefäße schädlich, weshalb es auch nicht von Frauen mit koronarer Herzkrankheit eingenommen werden sollte. Progesteron hat eine sehr günstige Wirkung auf die Blutgefäße und kann sogar Spasmen der Koronargefäße verhindern. Wie oben bereits erwähnt, ist Östrogen krebserregend. Im ersten Jahr als Premarin® (Östrogen gewonnen aus dem Urin trächtiger Stuten) zur Anwendung freigegeben wurde, entwickelten in der Tat 60.000 Frauen Gebärmutterkrebs. Aus diesem Grund wird heutzutage Frauen, die noch ihre Gebärmutter haben, zusätzlich synthetisches Gestagen (chemisch verändertes Progesteron, z. B. Provera®) verabreicht, um Gebärmutterkrebs zu verhindern.
Östrogen war schon immer ein Risikofaktor für Brustkrebs, und vor kurzem wurde entdeckt, dass das Gestagen Provera® die Chancen einer Frau, Brustkrebs zu bekommen, verdoppelt. Im Gegensatz dazu hilft bioidentisches Progesteron (human identes Progesteron) Brustkrebs, Eierstockkrebs und Gebärmutterkrebs zu verhindern.

Östrogene und die synthetischen Gestagene sind lipogen, d. h. sie fördern die Entstehung von Fett und Cellulitis. Natürliches Progesteron hilft Fett zu eliminieren. Progesteron ist das „Wohlfühl -Hormon“ für Frauen und hilft zudem, die Libido einer Frau zu erhöhen. Östrogen kann das nicht.

Es ist mir klar, dass Sie dies jetzt lesen und sich fragen: „Wenn bioidentisches Progesteron so nützlich ist, warum haben wir bisher nichts davon gehört?“ Bitte vergessen Sie nicht, dass Business diese Welt regiert. Pharmazeutische Firmen sind „Big Business“. Sie können ein natürliches Produkt nicht patentieren und haben deshalb kein Interesse an natürlichen (bioidentischen) Hormonen. Pharmazeutische Firmen unterstützen und finanzieren den größten Teil der Arzneimittelforschungen in diesem Land. Zudem stellen sie die meisten medizinischen Beiträge zur Verfügung, die in ärztlichen Journalen veröffentlicht werden. Das ist der Grund, warum viele Ärzte nicht ausreichend über bio-identisches Progesteron oder über andere bioidentische Hormone, die man substituieren kann, informiert sind. Diese Tatsache ermöglicht, dass Premarin®, ein künstliches, nicht bioidentisches Hormonpräparat, das möglicherweise Krebs und Schäden der Blutgefäße hervorruft, eines der meist verkauften Arzneimittel weltweit ist.