LABORUNTERSUCHUNGEN UND ULTRASCHALLUNTERSUCHUNG

Welcher TSH-Wert ist normal?

Zu dieser Frage gibt es leider innerhalb der Forschung und Ärzteschaft unterschiedliche Auffassungen. Für lange Zeit galt 4,5 µU/ml als oberer Grenzwert. Heute wird meist angegeben, dass eine latente Unterfunktion bereits ab einem TSH von 2,5 µU/ml möglich ist. Bei der Betrachtung des TSH-Wertes zeigt unsere klinische Erfahrung, dass jeder Patient seinen eigenen individuellen Normwert hat (Wohlfühl-TSH ). Denn entscheidend ist immer das“ Befinden des Patienten. Unter Schilddrüsenhormontherapie wird der TSH-Wert etwas anders betrachtet, hier gelten engere, aber auch individuelle Grenzen, meist wird bei gutem Befinden ein TSH um 1 µU/ml angestrebt.

Wenn eine Schilddrüsenhormontherapie wegen einer Unterfunktion begonnen wird, sinkt der TSH-Spiegel erst nach 4–6-wöchiger konsequenter Einnahme von Schilddrüsenhormon. Werden daher zu frühe TSH-Kontrollen gemacht, kann das zu übermäßig rascher Steigerung der Dosierung und damit zu Überdosierungen an Schilddrüsenhormon führen.

 

Die freien Schilddrüsenhormone messen: fT3 und fT4

Neben der Bestimmung des TSH-Wertes kommt der Messung der beiden Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 große Bedeutung zu. Die Referenzwerte sind laborspezifisch in Abhängigkeit des Testverfahrens. Daher müssen hier immer die Normwerte mit angegeben sein, um die Werte einschätzen zu können. Bei Verlaufskontrollen unter Schilddrüsenhormontherapie sollten möglichst neben TSH auch die freien Schilddrüsenhormone bestimmt werden. fT3 und fT4 werden individuell sehr eng/fein reguliert, sodass hier erst spät Veränderungen nachweisbar sind im Gegensatz zum regulierenden TSH.

Der FT3-Wert ist schwierig zu beurteilen. fT3 wird als Marker für die Konversionsleistung von T4 in T3 angesehen. Der fT3-Spiegel ist aber auch abhängig von der Jodversorgung. Ob fT3 –also das freie T3 im Blut –wirklich als Marker für die T3-Verfügbarkeit in der Zelle angesehen werden kann, ist nicht ganz klar. Denn T3 wird ja hauptsächlich in den Zielzellen selbst aus T4 gebildet und nur in geringerem Maß in der Schilddrüse.

Reverses T3 (rT3) und Low-T3-Syndrom

Die überwiegende Menge von T3 wird in peripheren Geweben durch Konver­sion aus T4 gebildet. Die Umwandlung von T4 in T3 geschieht durch die Abspaltung eines Jodatoms (=  Dejodierung). Diese wird vermittelt durch das Selen­ abhängige Enzym 5‘­Dejodinase. Als Nebenreaktion kann jedoch das reverse T3 (rT3) gebildet werden. Dieses ist nicht nur physiologisch inaktiv, sondern kann die Wirkung von T3 durch Blockierung von T3-­Rezeptoren antagonisieren.

Liegt ein Low­T3-­Syndrom mit niedrigem FT3 und hohem rT3 vor, kann man zusätzlich zu T4 auch T3 verabreichen.

Sonographie der Schilddrüse

Die sonographische Untersuchung wird  im Liegen vollzogen. Zunächst wird das Volumen der Schilddrüse berechnet, um eine Aussage über eine mögliche Vergrößerung der Schilddrüse machen zu können. Das Schilddrüsenvolumen liegt bei Frauen bei bis zu 18 ml, bei Männern bei bis zu 25 ml. Zusätzlich ist auch eine Beurteilung der Lage und Form der Schilddrüse sehr wichtig. Die genaue Beurteilung des Schilddrüsengewebes ist von großer Bedeutung, denn hiermit ein Rückschluss auf eine mögliche Schilddrüsenkrankheit möglich ist.  Mit der Schilddrüsensonographie kann man Knoten, Zysten und andere Neubildungen erfassen. Drei Kriterien sind verdächtig für ein malignes Geschehen und könnten eine Indikation für eine Feinnadelbiopsie sein: Mikroverkalkungen, Größe von mehr als 1-1,5 cm, vollständig solide Konsistenz (= echoarm). Nur zystische und/gemischte Knoten kann man konservativ beobachten.

 

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