Was ist die Schilddrüse (SD)?

Die Schilddrüse spielt eine dominante Rolle in fast allen Stoffwechselprozessen und wenn sie nicht richtig funktioniert, leidet unser Wohlbefinden. Diese kleine Drüse hat ein durchschnittliches Gewicht von 16  Gramm beim Erwachsenen, hat die Form eines Schmetterlings, befindet sich unten am Hals und unter dem Adamsapfel, vor der Luftröhre und ist meistens nicht tastbar. Die Schilddrüse sondert Schilddrüsenhormone ab. Das Haupthormon ist Thyroxin, T4, aber es produziert auch andere, einschließlich T3 und auch T1 und T2, die weniger bekannt sind. T3 ist die aktive Form des Hormns und bildet sich nach Abspaltung eines Jodatoms von T4. Für eine optimale Funktion benötigt es ausreichende Mengen an Jod, Selen, Zink, B-Vitaminen und Antioxidantien. Schilddrüsenhormone wirken im ganzen Körper und beeinflussen Stoffwechsel, Wachstum, Entwicklung und Körpertemperatur. In der Kindheit sind ausreichende Konzentrationen an adäquaten Schilddrüsenhormonen entscheidend für die Entwicklung des Gehirns. Leider ist die Schilddrüse besonders empfindlich gegenüber Medikamenten und Umweltchemikalien, die ihre einwandfreie Funktion beeinträchtigen können.

 

Hashimoto-Thyroiditis: was ist das?

Die chronische Autoimmunthyreoiditis Hashimoto trägt den Namen des japanischen Arztes Hakaru Hashimoto, der 1912 erstmals die Krankheit beschrieb. Die Hashimoto-Thyroiditis  ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen des Menschen und die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion, kann in jedem Alter und bei beiden Geschlechtern auftreten, obwohl Frauen im gebärfähigen Alter überwiegend betroffen werden. Dabei kommt es zu einer schmerzlosen Zerstörung der Schilddrüse, die durch körpereigene Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe hervorgerufen wird. Das Immunsystem erkennt die Schilddrüse irrtümlicherweise als fremd und bildet Antikörper gegen Schilddrüsenzellen. Am Anfang kann es nicht selten zu einer kurz dauernden Schilddrüsenüberfunktion kommen (Hyperthyreose), die meistens dann in eine Unterfunktion (Hypothyreose) mündet.  Sicher spielen auch genetische Faktoren eine Rollen, denn die Erkrankung tritt häufig familiär gehäuft auf. Wichtige Auslöser können emotionale Stresssituationen, ein schlecht funktionierender Darm, Umwelteinflüsse und Jodstoffwechselstörungen sein. Die chronische Immunthyreoiditis kann Monate nach einer abgeschlossenen Schwangerschaft auftreten:  man spricht dann von einer Post-partum-Thyreoiditis.

 

Wie diagnostiziert man eine Hashimoto-Thyroiditis mit Hypothyreose?

Die Untersuchungen sind ein Ultraschall der SD: man findet im SD-Gewebe die typischen Zeichen einer Entzündung: oft ist es beim Schallen eine echte Blickdiagnose. Dazu sind wichtige Blutproben, zur Untersuchung der SD-Funtion:

  • TSH
  • FT3
  • FT4

Und dann die typischen Antikörper:

  • Abo- anti-TPO
  • Abo-anti-TG

 

Welche sind die häufigsten Beschwerden?

Die am häufigsten geklagten Beschwerden sind:

  • Extreme Müdigkeit
  • Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsschierigkeiten

Dann können auch folgende Beschwerden hinzutreten:

  • Erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Verstopfung
  • Trockene Haut
  • Unerklärliche Gewichtszunahme
  • Geschwollenes Gesicht
  • Heiserkeit
  • Muskelschwäche
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen, Steifheit oder Schwellungen
  • Mestruationblutung häufiger als normal oder unregelmäßig
  • Dünnes Haar
  • Depressive Verstimmung.

 

Welche Vitamine beeinflussen die Schilddrüse?

Vitamin B2 (Riboflavin): Ein Mangel kann mit einem immunologischen Defizit im Zusammenhang mit Pitutireoidismus zusammenhängen. Sein Mangel ist häufig in übermäßigem Verzehr von raffinierten Lebensmitteln und Zucker, geringe Proteinzufuhr, chronische Gastritis.

 

Vitamin B1 stimuliert die Produktion von T4.

 

Vitamin B12: Sein Mangel verschlimmert die Beschwerden des Hypotireoidismus:

  • Müdigkeit
  • Ermüdung
  • Depressive Verstimmung
  • Gedächtnis- und Schlafstörungen.

Der Vitamin B12-Spiegel sollte bei hypotireoten Personen auf einem Höchstwert gehalten werden.

 

Vitamin C stimuliert die Eisenaufnahme, unterstützt das Immunsystem und ist ein starkes Antioxidans.

 

Vitamin D: stimuliert die Schilddrüsenfunktion und den Grundumsatz mit TSH-stimulierender Wirkung. Die Schilddrüse hat Rezeptoren für Vitamin D und Sexualhormone.

Ein Vitamin-D-Mangel geht oft mit einem Progesteronmangel und einer Autoimmun-Thyreoiditis einher: Eine Reintegration von Progesteron und Vitamin D verbessert die Schilddrüsenfunktion und reduziert Antikörper bei Patienten mit Hashimoto durch die immunmodulierende Wirkung von Vitamin D.

Die klinische Praxis lehrt uns, dass Vitamin D die Schilddrüsenfunktion stabilisieren kann.

 

 

Gibt es Aminosäuren, die die Schilddrüsenfunktion beeinflussen können?

Tyrosin: eine antidepressive Aminosäure par excellence, hat eine indirekte natürliche Wirkung zur Stimulierung der Schilddrüsenfunktion und versorgt die Schilddrüse mit dem notwendigen Substrat für die Hormonsynthese. Es ist besser, sie morgens einzunehmen, um den chronobiologischen Rhythmus der Synthese der Schilddrüsenhormone zu respektieren, die einen Höhepunkt zwischen 10 und 11 Uhr morgens haben.

Arginin: wichtiger Regulator des Immunsystems. Vergessen wir nicht, dass die meisten Schilddrüsenerkrankungen autoimmun bedingt sind.

Taurin: ihre Konzentration in der Schilddrüse ist direkt proportional zur guten Funktion und zum Trophismus der Drüse.

L-Carnitin: auf Schilddrüsenebene wirkt sie der Hormonsynthese entgegen. Auf der peripheren Ebene verhindert es das Eindringen von T3 und T4 in die Zellen. Nützlich bei Hypertireoidismus zur Verbesserung von Müdigkeit, Nervosität und Herzklopfen. Es stellt auch die Muskelmasse wieder her.

 

Welche Mikronährstoffe sind bei der Hashimoto-Thyroiditis wichtig?

Das Ziel einer individualisierten orthomolekularen Therapie bei der Autoimmunthyreopathie Hashimoto ist den Autoimmunschub zu reduzieren (Antikörper nehmen mir der Zeit ab)  und die Entzündung zu reduzieren:

Selen (sogar 600 Mikrog/Tag in der Anfangsphase, wenn die Antikörper hoch sind), Selen ist sehr wichtig für die Umwandlung von T4 in T3 und für die Reduktion der Antikörper.

Zink: Ein Mangel reduziert die 5′-Dejodase (Enzym zur Umwandung des inakrtiveb T4 in das aktive T3), oft verbunden mit einem Mangel an Vitamin B6 (letzteres ist wichtig bei allen endokrinen Prozessen!).

Vitamin D bei entsprechenden Dosen und Blutkonzentrationen > 50 ng/dl, senkt den Entzündungsschub und reduziert die Antikörper.

Omega 3: entzündungshemmende Wirkung.

Eisen (Ferritin sollte > 50 sein!!!), die Schilddrüse ist eine stark vaskularisierte Drüse mit vielen biochemischen Prozessen, die Sauerstoff benötigen, der von roten Blutkörperchen transportiert wird (Sauerstoff ist an Hämoglobin in roten Blutkörperchen gebunden).

Vitamin B12, B2, B6, B9 (= Folate), B12

Vitamin C+Vitamin E assoziiert für die gegenseitige Regeneration in der antioxidativen Schub, dass diese beiden Vitamine haben

Coenzym Q10: Coenzym Q10 – auch Ubichinon genannt – ist grundlegend für das korrekte Funktionieren der Mitochondrien, die in den Zellen zu Tausenden vorhanden sind und als Kraftwerk funktionieren. Es begünstigt in der Tat die Produktion von ATP in Gegenwart von Sauerstoff, wodurch eine gute physikalische Effizienz erhalten bleibt. Das Coenzym Q10 spielt eine starke antioxidative Rolle. Ein Q10-Mangel führt zu einer Verringerung der antioxidativen Kapazität der Mitochondrien. Eine Mitochondriopathie kann Müdigkeit verursachen.

 

 

Welche Hormone können die SD-Funktion beeinflussen?

Die Hormone, die die SD beeinflussen können sind:

  • Östrogene
  • Progesteron
  • Testosteron
  • Kortisol
  • Prolaktin

 

Östrogen macht die SD weniger aktiv, während Testosteron es aktiver macht, so dass der Mensch weniger anfällig für Schilddrüsenerkrankungen ist. Östrogen erhöht Thyreoglobulin (das Transportprotein für SD-Hormone) und als Folge davon gibt es weniger Verfügbarkeit von SD-Hormonen, denn nur der freie Anteil (frei von Transportglobulinen) der SD-Hormonen ist aktiv. Es ist besonders wichtig, auf bestimmte Phasen wie die Prämenopause zu achten, in denen ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron auftreten kann, wobei das Verhältnis zwischen Progesteron und Östrogen zugunsten von Östrogen verändert wird. Mit der progressiven Reduktion von Progesteron kann eine sog Östrogendominanz auftreten, bei der es zu einem relativen Anstieg des Östrogens aufgrund einer Abnahme der Progesteronbildung kommt.

Auch synthetische Östrogene – in fast allen Verhütungsmitteln und in der Hormonersatztherapie in der Menopause zu finden – können zu so einem Zustand des relativen Progesteronmangels führen: Deshalb erklärt sich die Zunahme der Schilddrüsenfehlfunktion durch den Konsum der Pille, der in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen hat, zusammen mit einer Zunahme von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse.

Achten Sie auch auf Xenoöstrogene (wörtlich = fremde Östrogene): es handelt sich um industrielle Stoffe, die das Verhalten von Östrogenen nachahmen, wie Bisphenol A, ein Bestandteil von Kunststoffen, allgegenwärtig (man denke nur an Lebensmittelverpackungen, Plastik-Mineralwasserflaschen und verschiedene Erfrischungsgetränke, Leitungen, Seifen, Lösungsmittel, Deodorants), Parabene (enthalten in Shampoos, Kosmetika, die manchmal als Methylparaben vorkommen), Phthalate (sind eine Gruppe von Chemikalien, die bei der Herstellung von Plastikkunststoffen als Weichmacher verwendet werden. Phthalate werden Kunststoffen zugesetzt, um ihre Lebensdauer zu verlängern und sie flexibler zu machen).

Cortisol. Denken Sie daran, dass Stress (wer hat heutzutage keinen??????) zu einer übermäßigen Produktion von Cortisol führt, das eine übermäßige Anhäufung von Östrogen verursacht, mit den oben beschriebenen Folgen. Cortisol reduziert T4, TSH, die periphere Rezeptorsensitivitä auf SD-Hormone, die Stoffwechselaktivität der Leber, was zu einem reduzierten Östrogenstoffwechsel führt.

 Progesteron: das Progesteron “kommuniziert” mit der Schilddrüse. Oft sehen wir eine Östrogen-Dominanz, mit Progesteronmangel, endokrinem Ungleichgewicht und entzündlichem Drang und dementsprechend eine Verschlechterung der SD-Funktion. Durch die gezielte Progesterongabe kann dieses Ungleichgewicht wieder aufgehoben werden.

DHEA (DeHydroEpiAndrosteron), stimuliert das Immunsystem und hilft bei der extremen Müdigkeit. Nur bei Mangel zu ersetzen.

Prolaktin, zu hohe Prolaktinwerte führen zu einem erhöhtem TSH und einer SD-Unterfunktion.

 

 

 

 

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