Was ist Vitamin D?

Die Hauptquelle für Vitamin D ist die körpereigene Bildung in der Haut, die durch Sonnenlicht angeregt wird: Vitamin D wird zu über 90% in der Haut aus Cholesterin durch UV-Licht produziert. Das heißt: bei ausreichender UV-Bestrahlung deckt die Hautproduktion von Vitamin D den Bedarf des Körpers.

Hier beginnen aber die Probleme: wie viel Sonne braucht man, damit genug Vitamin D in der Haut entsteht? Das hängt auch von der Hautfarbe (Hellhäutige nehmen eine größere Menge des UV-Lichtes auf und bilden entsprechend mehr Vitamin D in kürzerer Zeit als Dunkelhäutige), vom Wohnort (am Äquator fast kein Vitamin D-Mangel, bei uns ist der Mangel fast epidemisch) und von den Witterungsbedingungen (bewölkt = weniger UV-B-Strahlen, starke Luftverschmutzung ebenso negativ für das Durchdringen der UV-Strahlen) ab. Ein weitaus größeres Problem ensteht dadurch, dass die meisten von uns sich vornehmlich in geschlossenen Räumen aufhalten. Wir verbringen zu wenig Zeit in der Sonne. Von 11 Uhr vormittags bis 15 Uhr nachmittags genügen in den Monaten April bis Oktober bereits 10-15 Minuten tägliche Sonnenexposition mit entblößten Armen, um die Vitamin D-Produktion anzukurbeln. Wegen der zunehmende Sorge in der Bevölkerung, dass die Sonnenstrahlen die Haut schädigen, wird die Sonne gemieden. Bei der Sonnenlichtexposition ist die Dosis entscheidend! Bei niedriger Dosis überwiegen die positiven Effekte, wie die Vitamin D-Bildung, bei zu hoher Dosis überwiegen die negativen Wirkungen: vermeiden Sie unbedingt ein Sonnenbrand.

Dazu schmieren sich fast alle mit Sonnencremen ein, die einen sehr hohen Sonnenschutzfaktor (SPF) haben. Leider stellt ein SPF über 8 die Vitamin D-Produktion in der Haut fast völlig ein. Sinnvoll wäre es, sich erst nach einem 5-10-15 minütigen ungeschützten Sonnenbad mit Sonnenschutzcreme einzucremen.

Die meisten von uns arbeiten aber nicht im Freien, sondern in geschlossenen Räumen; oft erledigen wir unsere Freizeitaktivität auch nicht im Freien.

 

Wo steckt Vitamin D in der Nahrung?

Der restliche Prozentsatz bezieht der Körper über die Nahrung. Eine Aufnahme von Vitamin D über Lebensmittel ist möglich, aber es gibt nur wenige  Lebensmittel die wirklich einen nennenswerten Anteil an Vitamin D haben. Am Vitamin D-reichsten sind tierische Produkte, wie Fisch, insbesondere Lebertran, Eier, Leber, aber auch Avocados, Pilze (Steinpilze).

 

Wie viel Vitamin D braucht der Mensch und wie kann man den Vitamin D-Spiegel bestimmen?

Die Bestimmung des Vitamin D Spiegels kostet im Labor weniger als 20 Euro. Falls der behandelnde Arzt nicht von Vitamin D hält, kann man sich selbst ins nächste Labor begeben und dort als „Selbstzahler“ um eine Vitamin D Bestimmung bitten. Die einzelnen Labors haben unterschiedliche Referenzwerte. Generell gilt jedoch ein Wert von > 30ng/ml als normal und mehr als 60 oder 70 ng/ml braucht man auch nicht.

 

Medikamente, die mit dem Vitamin D wechselwirken können:

  • Magensäurehemmer: Protonenpumpenhemmer (Pantoprazol, Omeprazol,..)
  • Antiepileptika (Carbamazepin, Valproinsäure)
  • Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol)
  • Antivirale Medikamente (Zidovudina, Saquinavir)
  • Kortison

 

Was kann ein Vitamin D Mangel bei Kindern und Jugendlichen auslösen?

Ein Vitamin D Mangel kann bei Kindern und Jugendlichen zu Verzögerungen des Wachstums und einer gestörten Entwicklung der Muskeln und Knochen führen. Andere wichtige klinische Erscheinungen sind eine Schwächung des Immunsystems mit erhöhter Infektneigung und Autoimmunkrankheitsrisiko; verschlechterte Zahnschmelzentwicklung; Ruhelosigkeit.

 

Was kann ein Vitamin D Mangel bei Erwachsenen auslösen?

Es ist nicht nur für den Knochen, sondern für alle Zellen im Körper zuständig: fast alle unsere Zellen verfügen an ihrer Oberfläche über Vitamin D Rezeptoren. Ein Mangel an Vitamin D führt zu einem gestörten Zellstoffwechsel. Damit ist Vitamin D an der Entstehung und am Verlauf praktisch aller chronischen Krankheiten beteiligtEin Vitamin D-Mangel zu Osteoporose mit erhöhter Knochenbruchgefahr führen; erhöhte Infektanfälligkeit durch gestörte Immunität; Zunahme des Bluthochdruckes; Fallneigung, besonders der Senioren, durch eine Schwächung der Stützmuskulatur.

 

Welche andere Mikronährstoffe sind bei Vitamin D noch wichtig?

Man sollte womöglich auf eine Ausreichende Versorgung mit den Vitamin K2 und Magnesium achten: Vitamin K2 sorgt für die Verwertung von Calcium und verhindert die Verkalkung von Weichteilgewebe wie Nieren und Arterien, ( Calzium wird durch Vitamin-D-Zugabe verstärkt aufgenommen), und Magnesium ist notwendig für die Umwandlung von Vitamin D in seine aktiven Formen. Das ist besonders wichtig bei Osteoporose-Patienten.

 

 

70 Shares