Die Schilddrüsenhormone bestehen aus der Aminosäure Tyrosin mit drei oder vier angelagerten Jodatomen: bei drei Jodatomen heißt das Produkt Trijodthyronin (T3 ) und bei vier Jodatomen Tetrajodthyronin oder Thyroxin (T4 ). Die Schilddrüse produziert zu 80-90% T4 und zu 10-15% T3, der Rest sind T1 und T2. Dabei ist T3 das eigentlich wirksame Schilddrüsenhormon. Für die Anlagerung des Jods an das Tyrosin ist ein Enzym zuständig, die sogenannte Schilddrüsenperoxidase (TPO ). Zusätzlich wird ein Sauerstoffradikal (H2O2) benötigt. Dieses reaktive Sauerstoffradikal muss nach »getaner Arbeit« neutralisiert, also unschädlich gemacht werden. Hierbei spielt Selen eine wichtige Rolle. Einerseits sind Sauerstoffradikale für die Herstellung von Schilddrüsenhormon erforderlich, andererseits können Sie die Schilddrüse schädigen, wenn sie nicht neutralisiert werden. Gegen das Enzym TPO werden bei den meisten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse Antikörper produziert, die dann zur Beeinträchtigung der Enzymfunktion führen und damit die Entwicklung einer Unterfunktion begünstigen.

Wie landen die Schilddrüsenhormone zur Zelle?

Die Schilddrüsenhormone schwimmen nicht frei im Blut umher, sondern sind zu 99 % an Transporteiweiße gebunden. Aber nur die freien Schilddrüsenhormone freies T3 (kurz fT3 ) und“ freies T4 (kurz fT4 ) können im Körper wirken. Die Schilddrüse bildet zwar 2 Hormone, aber nur das fT3 ist eigentlich in den Zellen wirksam, wo es sich an spezielle Rezeptoren andockt: die Bildung von T3 erfolgt hauptsächlich in den Zielzellen und weniger in der Schilddrüse selbst: das hat eine ganze Kaskade an Stoffwechselvorgängen ab, die schließlich zu der spezifischen Wirkung der Schilddrüsenhormone in den unterschiedlichsten Organen und Gewebsarten führen. So haben die Schilddrüsenhormone unterschiedliche Wirkungen in den unterschiedlichen Geweben.

 

Wie wird die Hormonproduktion reguliert?

Die Schilddrüse unterliegt einer übergeordneten Steuerung durch unser Gehirn: dort kontrolliert der Hypothalamus, ein Abschnitt des Zwischenhirns die Funktion der Hypophyse, der Hirnanhangsdrüse, die das TSH produziert, an der Schilddrüse die Bildung und Freisetzung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 anregt. Damit immer genau so viel Schilddrüsenhormon im Blut ist, wie gebraucht wird, erfolgt eine ständige Rückmeldung über den Schilddrüsenhormonspiegel an die übergeordneten Schaltzentralen. Ist genug vorhanden, werden weniger TSH und TRH ausgeschüttet. Fehlt Schilddrüsenhormon im Körper, steigt das TSH an. Damit dient der TSH-Wert als erster orientierender Marker zur Einschätzung der Funktion der Schilddrüse.

 

Wie wirken die Schilddrüsenhormone?

Die Schilddrüsenhormone steuern unseren Grundumsatz (Energiebedarf des Organismus mit allen seinen Zellen im Ruhezustand). Mehr Schilddrüsenhormone steigern, weniger Schilddrüsenhormone dämpfen den Grundumsatz. Je höher der Grundumsatz, desto höher sind der Energie-und Sauerstoffverbrauch der Zellen. So kommt es, dass Patienten mit einer starken Schilddrüsenüberfunktion häufig an Gewicht verlieren. Nahezu alle Zellen des Körpers werden direkt durch die Schilddrüsenhormone beeinflusst. Sowohl unsere Herzfunktion als auch die Muskel-und Nervenfunktionen, das Gehirn und die Knochen bis hin zu Haut und Haaren stehen unter dem stimulierenden Einfluss der Schilddrüse. Die Schilddrüsenhormone haben Einfluss auf den Stoffwechsel (Fettstoffwechsel, Knochenstoffwechsel, Kohlenhydratstoffwechsel usw.).

 

 

 

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